Die kleinen Freuden des Lebens – 
eine unterschätzte Kraftquelle

Wir denken im Leben oft an die großen Dinge. 

Die Karriere, auf die wir hinarbeiten.
Die Partnerschaft, die wir uns seit Jahren wünschen.
Endlich ein Hobby aufnehmen, was uns erfüllt.

Die Liste kann lang sein.

Obwohl langfristige Ziele und Wünsche ein guter Wegweiser für die Zukunft sein können, übersehen wir dabei oft die kleinen Dinge im Leben, die direkt vor uns sind – und unterschätzen massiv, was sie uns geben können. Das gilt insbesondere für stressige Zeiten, aber auch für den normalen Alltag. Kleine Dinge können uns große Freude bringen, wenn wir sie beachten.

Doch wie sieht das praktisch aus?

Eigentlich ganz einfach: Wir überlegen uns, welche schönen, absurden, spannenden, witzigen oder unterhaltsamen Dingen uns in den Sinn kommen, wenn wir schlichtweg daran denken, was sich gut anfühlt. Das muss nicht gleich die Fahrt auf dem Motorrad sein oder das Spielen der Gitarre. Es geht viel einfacher. Hier ein paar Beispiele:

  • Das Gefühl, die ersten Sonnenstrahlen des Tages auf der Haut zu spüren
  • Ein heißes Bad mit einem winterlichen Duft
  • Einen Kaffee aus unserer Lieblingstasse trinken
  • Regentropfen beobachten, wenn sie am Fenster herunterlaufen
  • Das Fell unseres Haustieres berühren und spüren


Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Am besten schreibst du dir eine Liste mit allen Dingen, die dir einfallen. Und wenn du das nächste Mal die Gelegenheit hast, einer dieser kleinen Freuden zu erleben, dann lass dich von dem Moment einmal komplett „einhüllen“. Heißt, am Beispiel der Tasse Kaffee:


  • Auf jede Sinneswahrnehmung achten (der Geruch des Kaffees, die Oberfläche der Tasse berühren, das Material und die Wärme spüren, auf das Geräusch achten, wenn man mit dem Löffel die Tasse umrührt…)
  • Alle Emotionen zulassen (Vorfreude, Geborgenheit, Genuss…)
  • Oder simpel gesagt: Den kompletten Fokus auf die Tasse Kaffee richten und sich daran erfreuen! 


(Im Prinzip ist es ähnlich, wie wenn man sich nur noch auf ein Problem fokussiert – nur diesmal mit etwas Schönem.)

Den einen oder anderen mag es an Dankbarkeits-Übungen erinnern, und es kommt der Sache recht nah. Es ist nur viel einfacher, denn genießen und Freude erleben tun wir alle. Sich rational dazu zu „zwingen“, immer Dankbarkeit zu spüren, ist deutlich schwieriger.

Die kleinen Momente zu genießen gibt uns wahnsinnig viel Kraft. Es beruhigt uns, gibt uns Sicherheit, lässt uns gut fühlen. Und das Schöne ist: Sie sind ständig verfügbar! Die meisten dieser kleinen Dinge im Leben kriegt man „überall“, es kostet kein Geld und auch nicht viel Zeit. Es gibt also wenig Ausreden. Und der ganz besondere Trick: Sollte es mal wirklich nicht möglich sein, den kleinen Moment zu erleben, erfüllt einen bereits der Gedanke daran allein mit Freude und Genuss.

In dem Sinne: Auf die Lücke zu schauen, die man mit einem Ziel für die Zukunft schließen möchte, ist sinnvoll. Zwischendurch kann man aber trotzdem mal innehalten und sehen, „was ist“.