Synastrie & Beziehungsfähigkeit –
 Warum ein gutes Horoskop noch keine gute Beziehung macht

Die Synastrie zwischen zwei Menschen zu analysieren, bereitet nicht nur vielen Astrologen Freude. Auch wenn wir sonst wenig mit Astrologie am Hut haben, macht es uns doch schnell neugierig. Denn wer stellt sich nicht irgendwann die Frage, sei es bei einer neuen Bekanntschaft oder bei einer längeren Partnerschaft, ob es denn "wirklich passt"?

In der Synastrie werden, vereinfacht gesagt, die Horoskope zweier Menschen übereinander gelegt. Daraus lässt sich erkennen, welche Persönlichkeitsaspekte harmonieren, und welche vielleicht eher Reibereien verursachen. Auch gibt die Synastie Erkenntnisse darüber, welche Themen und Lebensbereiche bei der Beziehung im Vordergrund stehen. 

Diese Methodik kann sehr aufschlussreich sein. So kann man in einer Partnerschaft unbewusste Dynamiken ans Licht bringen, oder im Zuge der Selbstreflektion verstehen, was eigentlich vergangene Beziehungen für einen Einfluss hatten. Ein praktisches Tool also. Dennoch ist Vorsicht geboten.

Nur zu gern möchten wir manchmal in die Zukunft schauen - wissen, was kommt - oder Antworten vom Leben erhalten, was denn nun richtig ist. Suchen wir die Antworten in der Synastrie, ist es unerlässlich, zuerst die einzelnen Geburtshoroskope der beiden Personen zu verstehen.

Wieso?

Wir dürfen nicht vergessen, dass Astrologie ein Werkzeug ist, was unterbewusste Dynamiken sichtbar macht. Es ist keine Wahrsagerei. Wir dürfen deshalb gerne praxis-orientiert daran gehen. Denn nehmen wir einmal Abstand von der Astrologie und fragen uns:

  • Was bringt Dir ein Partner, der in seiner Art zu sprechen, denken und fühlen, perfekt zu Dir passt - aber nicht in der Lage ist, über sich selbst zu reflektieren? Macht das Sinn?
  • Warum sollte ein Partner für Dich nicht in Betracht kommen, nur wenn er anders denkt - aber Respekt und Neugierde auf Deine Sichtweise hat? Macht das Sinn?


Vermutlich nicht, denn ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Und da kommen wir zum Problem der Synastrie:

Sie drückt lediglich die Dynamik zwischen zwei Personen aus.
Sie schweigt allerdings über die Beziehungsfähigkeit der einzelnen Individuen.


Eine gesunde Partnerschaft basiert auf Kompatibilität, und der wohl allgemeingültigste Kompatibilitätsfaktor ist, dass ein Mensch überhaupt beziehungswillig und -fähig ist. Dazu gehört zum Beispiel die Fähigkeit und der Wille, eine andere Person zu sehen, ihr zuzuhören und sie zu verstehen. Dazu gehört die Bereitschaft, als Team zu arbeiten. Dazu gehört der Wunsch, eine echte Verbindung zu einer anderen Person aufzubauen. Und wahrscheinlich auch der Mut, sich manchmal auch mit seinen eigenen Problemen zu konfrontieren, wenn sie einen Einfluss auf die Beziehung haben.

Diese Dinge - die wir als Beziehungsfähigkeit des einzelnen Indivduums zusammenfassen können - entdecken wir auf eine andere Art und Weise. Bleiben wir bei der Astrologie, empfiehlt sich hier der Blick auf das Geburtshoroskop des Menschen. Es gibt uns Einblicke darüber, was ein Mensch für Bedürfnisse mit sich trägt, wie sein Bindungsverhalten charakterisiert ist, wie sein Empathievermögen aussieht und Vieles mehr.

Wichtig ist aber auch hier: Es zeigt unsere natürliche Veranlagung an. Wie ein Mensch damit umgeht und wie viel Bewusstsein er über sich selbst hat, ist nochmal ein anderes Paar Schuhe.

Das Geburtshoroskop eines Menschen ist also deutlich geeignet für eine Einschätzung, ob es denn "passen könnte". Danach kann auch die Synastrie herangezogen werden, da nun der Rahmen sichtbar ist.

Nichtdestotrotz sei an der Stelle nochmal erwähnt, dass die Betrachtung von Horoskopen immer ein Werkzeug ist, um besser eine Entscheidung treffen können. Die Horoskope selbst sind jedoch keine Entscheidung. Sich nur nach Astrologie zu richten, wäre am Ende des Tages Flucht vor Verantwortung, eine eigenständige Entscheidung zu treffen - und das ist nicht das, wonach wir suchen.

Deswegen möchte ich Dir an der Stelle einen sehr simplen, aber leider oft viel zu selten gelebten Praxistipp an die Hand geben: Sich austauschen. 

Bist Du Dir unsicher, ob ein Mensch für Dich der Richtige ist, stelle ihm Fragen und höre ihm zu. Ein paar Ansätze:

  • Wie wichtig ist es Dir, Deinen Partner zu verstehen?
  • Wie gehst Du mit Konfliktsituationen um?
  • Hast Du den Wunsch, von einem anderen Menschen gesehen und gehört zu werden?
  • Fühlt sich für Dich die Vorstellung gut an, gemeinsam Entscheidungen zu treffen?
  • Was machst Du, wenn ein Mensch eine andere Sichtweise hat als Du?


Höre zu und finde heraus, wie dieser Mensch an Beziehungen herangeht. Sei neugierig, offen und urteilsfrei. Wenn Dich etwas irritiert, frage nach. Du wirst schnell feststellen, wie sehr ein Mensch daran interessiert ist, solche Themen zu ergründen - oder eben nicht. Und damit bekommst Du schnell ein Gefühl, ob sich das für Dich richtig anfühlt. Denn das kannst am Ende nur Du sagen: Du kennst Dich selbst am besten, auch wenn es sich vielleicht manchmal nicht so anfühlen mag.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Synastrie ein tolles Werkzeug ist, um unterbewusste Dynamiken aufzudecken und zu verstehen, wie zwei Menschen miteinander agieren. Sie allein gibt allerdings keinerlei Auskünfte, ob eine Partnerschaft zwischen zwei Menschen wirklich funktioniert oder erstrebenswert ist. Deswegen an der Stelle immer zuerst ein Blick in das Geburtshoroskop beider Menschen sinnvoll, und am Ende des Tages hilft wie so oft:

Reden. Denn das schafft eine echte Schnittstelle zwischen zwei Menschen.