Was wäre, wenn du deine Ziele nie erreichst? 

Der Titel mag erstmal negativ klingen, aber ich möchte mit dir wetten, dass du dich nach dem Lesen bestärkt fühlst.

Wir Menschen haben ja eine gewisse Schwäche für Ziele. Ziele klingen nicht nur motivierend, sie zeigen auch, dass wir wissen, was wir wollen. Wir messen nur zu gern unseren Erfolg daran, sei es an der Arbeit oder privat.
 
„Wer keine Ziele hat, verschwendet seine Zeit.“
„Wer seine Ziele nicht erreicht, hat nicht genug Disziplin.“

Viele solcher Glaubenssätze schwirren in unserer Gesellschaft umher. Und ganz verkehrt sind sie auch nicht, denn wenn wer weiß, wo er hinmöchte, kann auch den richtigen Weg einschlagen. Sie bieten eine wichtige Orientierung und Richtung für unser Handeln.

Die Frage ist nur: Was ist eigentlich, wenn deine Ziele nie erreicht werden können?

Wir Menschen neigen gerne dazu, uns Ziele zu setzen, die unerreichbar sind. Zum Beispiel könnte so ein Ziel lauten, dass wir an uns selbst arbeiten, sodass wir irgendwann zufrieden mit uns sind. Dass wir uns der Spiritualität widmen, um immer glücklich zu sein. Dass wir einen hoch angesehenen Job haben, damit Menschen uns anerkennen.
 
Es gibt unzählige solcher Beispiele, bei denen wir uns Ziele setzen mit einem gewünschten Ergebnis, was eigentlich nie erreicht werden kann. Viel zu gerne fangen wir schnell an, Leitern hochzuklettern, ohne zu überlegen, ob es wirklich das ist, was wir wollen, und ob wir überhaupt jemals oben ankommen.

Erreichen wir dann unser Ziel und merken, dass es uns nicht das gewünschte Gefühl liefert, zieht es uns runter. Uns plagen Selbstzweifel, wir sind frustriert, oder wir suchen uns direkt das nächste Ziel mit dem Gedanken: „Diesmal aber!“
 
Alternativ wir befinden uns in einem nie endenden Prozess des Suchens, Kämpfens, ohne Ausblick auf ein Ende. Was auf Dauer ähnlich frustrierend und auslaugend ist, von einem Ziel dem nächsten hinterherzujagen.

Was können wir daran ändern?

Wichtig ist, zu wissen: Was auch immer du machst und tust – solange du ein Stückchen weiter bist als vorher, ist es ein Erfolg. Du musst kein Ziel und kein Ende erreicht haben, um dich gut zu fühlen über das, was du tust. Unsere Intention und die Richtung, in die wir gehen, ist von weitaus größerer Bedeutung als der Punkt, wo wir „am Ende“ – vor unserem Tod? – stehen.
 
Im Prinzip geht es um das altbekannte Sprichwort: Der Weg ist das Ziel. Oder, wie ich gerne sage: Schlage einen Weg ein, den du liebst. Einen Weg, der sich richtig für dich anfühlt.
 
Die Erfahrungen, die du dabei sammelst; die Visionen, die dich dabei antreiben; die Offenheit und die Empfänglichkeit für die „positiven“ als auch die „negativen“ Dinge, die dir begegnen werden; das sind die Dinge, die einen größeren Einfluss auf dich, dein Wohlbefinden und auch deine Umwelt haben.

Ziele trüben unsere Wahrnehmung von dem, was uns wirklich Freude bereitet.

Deswegen lade ich dich dazu ein, dir selbst ein paar Fragen zu beantworten:

  • Was würdest du anders als heute machen, wenn du wüsstest, dass du deine Ziele auf gar keinen Fall erreichst? Welche würden bestehen bleiben, welche wegfallen?
  • Die Ziele, die bestehen bleiben – wieso? Welche Bedeutung hat es für dich?


Die Antworten auf diese Frage werden dich zu dem hinführen, was dir im Leben am meisten Freude, Spaß und Bedeutung bringt. Und lustigerweise wird vermutlich auch das genau das sein, was du am besten kannst! 

Nimm dir die Fragen und deine individuellen Antworten zur Hand, wenn du mehr Zufriedenheit im Leben suchst. Nimm dir die Inspiration, Dinge vielleicht mal anders zu tun als bisher – wer weiß, was du noch an Spaß entdecken kannst. :-)